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CoDeSys Produkt Tour fortsetzenCoDeSys Ablaufsprache (AS)

Die Ablaufsprache hilft Ihnen bei der Strukturierung Ihres Programms, insbesondere wenn Sie sequentielle Abläufe programmieren.

In der Ablaufsprache werden Schrittketten angelegt, denen so genannte Aktionen zur Abarbeitung hinterlegen werden können, bei Bedarf auch mehrere pro Schritt. Je nach Konfiguration des Schritts werden diese Aktionen ausgeführt, solange der zugehörige Schritt aktiv ist. Auch kann die Abarbeitung der Aktion mit entsprechenden Qualifiern gesteuert werden. Die Schritte sind durch Transitionsbedingungen getrennt, die quasi als Weiterschaltung zum nächsten Schritt dienen. Diese Transitionsbedingungen können ihrerseits beliebige boolesche Ausdrücke sein, wie z.B. boolesche Variable, Vergleiche oder auch zusammengesetzte Abfragen. Ebenso können mehrere Schritte parallel oder alternativ abgearbeitet werden und sogar Sprünge zu anderen Schritten können programmiert werden. Dabei erfolgt die Ausführung der Aktionen immer nur einmal innerhalb eines SPS- Zyklus. Vor dem Aufruf eines AS-Bausteins überprüft CoDeSys immer den Zustand der Transitionsbedingungen und schaltet ggf. den aktiven Schritt weiter.

Jeder Schritt kann jeweils eine so genannte Eingangs- oder Ausgangsaktion beinhalten. Solch eine Eingangsaktion wird nur beim erstmaligen Aktivieren eines Schrittes einmalig ausgeführt - entsprechend verhält sich die Ausgangsaktion nach dem letztmaligen Ausführen des Schrittes. Somit eigenen sich diese Aktionen hervorragend zur Initialisierung bzw. zum Abschalten von Vorgängen, die dem Schritt zugeordnet sind.



Sie können auch Makros in die Schrittkette einfügen: dahinter verbergen sich ggf. mehrere Schritt-Transitionskombinationen, die dann aber in der Schrittkette nur als ein Makro-Schritt angezeigt werden und somit zur Übersichtlichkeit beitragen.

Die Ablaufsprache in CoDeSys unterstützt alle im Standard beschriebenen Bezeichner (Qualifier). Die IEC-Qualifier in den Aktionsflags bestimmen die Ausführung der Aktion.



Überblick der verfügbaren Qualifier zur Steuerung der Ausführung von Aktionen:

Qualifier Erläuterung
N (Non-stored) Die Aktion ist so lange aktiv wie der Schritt
R (overriding Reset) Die Aktion wird deaktiviert
S (Set / Stored) Die Aktion wird aktiviert und bleibt bis zu einem Reset aktiv
L (time Limited) Die Aktion wird für eine bestimmte Zeit aktiviert, maximal solange bis der Schritt deaktiviert wird
D (time Delayed) Die Aktion wird nach einer eingegebenen Verzögerungszeit aktiv, sofern der Schritt
noch aktiv ist. Die Aktion wird ausgeführt, bis der Schritt deaktiviert wird
P (Pulse) Die Aktion wird genau einmal ausgeführt, sobald der Schritt aktiv wird
SD (Stored and time Delayed) Die Aktion wird nach einer abgelaufenen Verzögerungszeit aktiviert und bleibt bis zum Reset aktiv
DS (Delayed and Stored) Die Aktion wird nach einer abgelaufenen Verzögerungszeit aktiviert, sofern der Schritt noch aktiv ist und bleibt bis zu einem Reset aktiv
SL (Stored and time Limited) Die Aktion ist für eine bestimmte Zeit aktiviert, oder bis sie einen Reset erhält

Zur Erleichterung der Programmierung und des Debugging bietet CoDeSys einen vereinfachten Modus der Ablaufsprache an. In diesem Modus wird die Aktion unmittelbar als "non-stored" (siehe oben) aktiviert, solange der Schritt selbst aktiv ist. Sie können auch den vereinfachten AS-Modus mit dem Standard-IEC-Modus mischen.
Der Unterschied ist offensichtlich: Beim Standard-IEC Modus haben Schritte Flags mit Bezeichnern - beim vereinfachten AS-Modus finden Sie lediglich ein schwarzes Dreieck in der rechten oberen Ecke des Schrittes, in dem die Aktion definiert wurde.


IEC 61131-3 konformer Schritt der Ablaufsprache mit Qualifier und Aktions-Flag


Vereinfachter Schritt der CoDeSys Ablaufsprache, bei dem die Aktion dem Schritt hinterlegt ist.

In beiden Fällen wird die Aktion als Tochterbaustein zum AS-Programmbaustein ohne eigenen Variablenraum erstellt. Den Name des Aktion-Objekts können Sie für die Standard-IEC61131-3-Schritte frei festlegen. Bei den vereinfachten Schritten wird der Name der Aktion aus dem Namen des Schrittes abgeleitet. Natürlich können Sie den Schrittnamen in jedem Fall unter Berücksichtigung der IEC 61131-3 Konventionen für Variablennamen (keine Leerzeichen, keine Umlaute) selbst definieren. Aus diesen Namen legt CoDeSys selbständig implizit Variablen an, die für die Diagnose hilfreich sind.

Diagnose in der Ablaufsprache

Im Online-Modus, d.h. wenn die Applikation auf die Steuerung geladen ist und CoDeSys damit verbunden ist, zeigt Ihnen CoDeSys die aktiven Schritte durch eine blaue Markierung an. Falls Sie den Schritten Zeitgrenzen zugewiesen haben, dann werden die Grenzen und die abgelaufene Zeit ebenfalls angezeigt.



Somit haben Sie z.B. bei der Inbetriebnahme der Applikation einen guten Überblick, über die aktiven Schritte und Transitionsbedingungen.

Doch der AS-Editor in CoDeSys bietet noch mehr:
Mit Diagnose-Flags können Sie die Applikation so programmieren, dass eine Diagnose auch automatisch zur Laufzeit erfolgt. Dazu müssen Sie diese Flags lediglich als Variablen deklarieren. CoDeSys aktualisiert ggf. diese Variablenwerte, wenn z. B. eine Zeitüberschreitung aufgetreten ist: SFCError wird auf TRUE gesetzt, SFCErrorStep und SFCErrorPOU zeigen als STRING-Variablen den Schritt- und Bausteinnamen, in dem die Zeitüberschreitung aufgetreten ist. Somit können Sie innerhalb der Schrittkette oder aber auch in einem übergeordneten Baustein auf solche Meldungen reagieren und durch TRUE-setzen z.B. von SFCInit oder SFCReset auf den aufgetretenen Fehler reagieren.

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Letzte Änderung: 08.12.2009 / 15:21 Uhr
Ausgedruckt am 09.09.2010 / 07:56